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Stolpner Ansichten...
...die Wortschöpfung ist eine Idee vom Designer dieser Seite, Matthias Haßpacher. Das Design und meine Ideen zur Präsentation haben wir gemeinsam erarbeitet. Einmal enthält die Seite in der Mehrzahl Bilder von Stolpen und zum Anderen zeigt ein „Stolpner“, nämlich ich selbst hiermit auch Bilder von anderen Orten. Ansichten eines Stolpners eben.
 Die nachweislich älteste präzise bildliche Ansicht mit Stadt und Burg wurde 1628 aus Richtung Nordost angefertigt. Der kursächsische Oberlandesbaumeister Wilhelm Dilich (1571-1655) skizzierte Stolpen (und andere Städte) als Vorlage für eine künstlerische Malerarbeit im Dresdner Schloss.
Auf der ersten Anhöhe der Bühlauer Straße, auf welcher man über Lauterbach von Bühlau nach Stolpen gelangt, liegt dem Betrachter der ganze Stolpner Berg mit seinen Häusern zu Füßen. Ich und auch andere Insider der Stolpner Materie, die ohnehin seit zig Jahren damit bestens vertraut sind, kamen zu der festen Überzeugung, dass Dilich 1628 aus Richtung Bühlau nach Stolpen kam, um seine Skizzen von der Ansicht zu machen.
Beachtenswert ist auch der Hinweis, dass die Zeichenarbeit im Dreißigjährigen Krieg entstand. Vier Jahre später wurde Stolpen von kroatischen Reitern heimgesucht. Teile der Stadt und der Burg wurden durch Brandschatzung vernichtet.
Schon damals bevorzugten die Künstler Standorte für Stolpner Ansichten, die fast auf gleicher Höhe mit dem Stolpner Berg sind. Die höchste Erhebung Stolpens befindet auf der Burg mit rund 356 m über dem Meeresspiegel. Der Standort im Nordwesten von Stolpen ist der Steinberg an der Bühlauer Straße mit 320 m. Vergleichen Sie dazu Gottlöbers Höhe bei Lauterbach mit 392 m Höhe.
In erster Linie geht es Darstellern von Stolpner Ansichten darum, die totale Ansicht von Stolpen auf das Bild zu bekommen.
So auch der Kupferstecher Carl Gottfried Nestler (in Stolpen geboren), der Stolpen in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Norden in eine Kupferplatte stach. Diese Ansicht muß von einer Anhöhe, die sich in nächster Nähe befindet, gemacht worden sein. Ich tippe auf den Viehwegberg (302 m hoch) bei Rennersdorf am Beginn der Straße nach Schmiedefeld.Zu beachten ist, dass Nestler die Ansicht von 1710 im Jahr 1756 im wahrsten Sinn des Wortes abgekupfert hat.
So könnte ich die Aufzählung der Künstler fortsetzen, die Ansichten von Stolpen gemalt haben. Zum Beispiel Adrian Zing oder Ludwig Richter im 19 Jahrhundert. Man kann sich bei Interesse Infos in der Stadtinformation sowie auch Literatur über Stolpen besorgen.
Wir befinden uns Anfang des 3. Jahrtausends und beschäftigen uns mit Digitalkameras, die mit einer ausgefeilten Technik ausgerüstet sind.
Die Fotos werden immer brillanter. Zumindest in unserer Vorstellung. Doch mit der Fernsicht auf Stolpen ist das so eine Sache. An den wenigsten Tagen im Jahr herrscht Bilderbuchwetter mit schönen weißen Wolken.
Sind wir nicht alle etwas zu anspruchsvoll geworden? Ein Bild mit Frühnebel hat auch seinen Reiz.
Ihr Lutz Göhler
Stolpen, im Juli 2009
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